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wsm - simmeringer markt wettbewerb
wettbewerb simmeringer markt, 2005

eu-weiter, offener, zweistufiger realisierungswettbewerb im oberschwellenbereich.neubau einer vhs, musikschule, bücherei, volksgarage u. von verkaufskiosken in wien 11.

ERLÄUTERUNGSBERICHT
Entwurfsgrundsätze
Wir schlagen vor, das neue Bildungszentrum als selbstbewusstes solitäres Gebäude an zentraler Stelle des Platzes zu positionieren. Das kompakte Sockelgeschoss ist durchlässig und transparent gehalten, sodass der Platz gleichsam durch das Gebäude fliessen kann. Die freie Form des darüberliegenden auskragenden Baukörpers schmiegt sich dem von Platanen gesäumten Strassenraum an. Die Auskragung schafft gedeckte und beschattete Bereiche, die bei unterschiedlichen Witterungsverhältnissen bespielt werden können.
Der durchgehend gepflasterte Platz erstreckt sich über die Passage in das Foyer hinein. Die Kontinuität und das gleichmässige Gefälle des Platzes soll nirgends durch Stufen, Schwellen oder Sonstiges beeinträchtigt werden. Am Spitz Geiselbergstrasse-Gottschalkgasse soll ein Akzent in Form eines weithin sichtbaren Zeichens, etwa in Form einer überdimensionalen Infostele, gesetzt werden. Die Müllsammelstelle positionieren wir hinter dem alten Marktamt. Zwischen Marktamt und Müllsammelstelle soll eine grosse Platane gepflanzt werden.
Verkehr und äußere Erschließung
Die unregelmässige Baukörpergeometrie schafft den Raum für eine nach SO orientierte Plaza, die über eine grosszügige Passage mit der Geiselbergstrasse verbunden ist. Der Haupteingang liegt an dieser Plaza im Bereich einer Einbuchtung, ein weiterer Eingang befindet sich an der gegenüberliegenden Seite des Foyers schräg vis-a-vis vom alten Marktamt. Das Cafe ist über einen getrennten Eingang von aussen und von der Passage erschlossen.
Wir schlagen vor, die Garagenzufahrten in der Gottschalkgasse vorzusehen und den Rest zur Fussgängerzone umzuwidmen. Entlang dieser Fussgängerzone soll der verbleibende Markt angesiedelt werden, der aus einer Reihe kleinere Kioske in dichter räumlicher Anordnung besteht.
Gebäude
Das EG ist dreigeteilt in 1) einen autarken Cafebereich 2) das Foyer mit Infozone, Portier, Garderoben und WCs und 3) den Veranstaltungsbereich mit Nebenräumen. Die Passage kann geschlossen werden, um bei grösseren Veranstaltungen als Saalerweiterung zu fungieren.
Im OG1 sind die Musikschule und die Bücherei mit Zeitschriftenbereich und Internetzone untergebracht. Die Bücherei befindet sich direkt über der Rückgabestelle in der erdgeschossigen Infozone und ist mit dieser über ein Stiegenhaus mit Lift verbunden. Im OG2 befinden sich die Räume der VHS. Am Dach könnte ein Eislaufplatz angelegt werden
Die Horizontalerschliessung erfolgt durch breite Gänge, die über Stichgänge belichtet werden. Die Vertikalerschliessung erfolgt durch 3 Stiegenhäuser in elliptischen Röhren: 1 Hauptstiegenhaus im Foyer zur allgemeinen Benutzung und 2 Nebenstiegenhäuser für Befugte und als Fluchtstiegen mit Ausgängen direkt ins Freie.
Bestehende Gebäude
Wir wollen die Idee aufgreifen, die alte Bedürfnisanstalt zu einem Eissalon umzufunktionieren. Ein vorgelagerter Schanigarten soll den Platz um den Spitz beleben. Das alte Marktamt sehen wir als geeigneten Standort für die lokale Gebietsbetreuung.
TECHNISCHER BERICHT
Rohbaukonstruktion
Das Tragwerk besteht im Wesentlichen aus drei großen Elementen. Das ist die Tiefgarage als steife Box, die drei Lift- und Stiegenhauskerne in Form von elliptischen Röhren und der Geschosskörper als schwebende zweigeschossige Platte. Die Stiegenhauskerne bilden die funktionale Verbindung zwischen der Tiefgarage und der zweigeschossigen Platte. Sie wirken statisch wie sehr grosse Stützen, auf denen diese Platte aufgelagert ist.
Außenhülle
EG: doppelschalige Glaswände
OG: raumhohe Verglasung, davor schwenkbare Vertikallamellen zur Beschattung, abwechselnd mit transluzenten Wärmedämmelementen
Energiesparkonzept
Wärmeenergiebereitstellung über nahegelegenes Fernheizwerk. Niedertemperatur-Flächenheizung in allen Geschosse (Fussbodenheizung im EG, Deckenheizung in OG). Minimierung der Wärmeverluste im EG durch doppelschalige Verglasung. Erwirtschaftung solarer Gewinne in OG durch hochwertige Isolierverglasung und transluzente Wärmedämmung. Massnahmen gegen sommerlicher Überhitzung: aussenliegende Beschattung durch verstellbare Vertikallamellen, Speichermasse durch Stahlbetondecken und Stahlbetonwände.