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wsg - spengergasse wettbewerb
Wettbewerb – HTBLVA Spengergasse, 2006

Erläuterungsbericht

Baukörperstudie, Orientierung und Situierung:

Bauteil C:
Die angedachte zusätzliche Überhöhung von Bauteil C erscheint uns abgesehen von der Notwendigkeit einer Ausnahmegenehmigung nach §69 WBO sowohl in baukörpergeometrischer, als auch in städtebaulicher Hinsicht als problematisch.
Die in der Machbarkeitsstudie angedachte Situierung der Sporthallen im UG von BT C birgt statische und belichtungstechnische Probleme, die mit erhöhten Kosten verbunden sind.
Bauteil D:
Wir plädieren aus mehreren Gründen für die Erhaltung von Bauteil D: 1. Eine Sanierung erscheint sowohl vom ökologischen, als auch vom wirtschaftlichen Standpunkt als überlegenswert. 2. Im Fall eines Abbruchs von Bauteil D könnten nach dem vorliegenden Flächenwidmungsplan maximal 2 Geschosse (statt wie bestehend 3 Geschosse) errichtet werden. Das bedeutet einen Verlust von mindestens 500m2 Nutzfläche. 3. Aus unserer Sicht ist überhaupt fraglich, ob eine Reduktion der Gebäudehöhe von Bauteil D, wie sie im FWP vorgesehen ist, im Sinn einer Verbesserung der Gesamtsituation ist. Ein eingeschossiger Riegel brächte eine Verschlechterung der Baukörperproportionen und lässt eine zusätzliche Lärmbeeinträchtigung der Hofanrainer erwarten.
Die derzeitige Orientierung des Haupteinganges zur Spengergasse hin erscheint uns in städtebaulicher und verkehrstechnischer Hinsicht als fragwürdig. Die Eingangssituation in der Spengergasse ist zu Zeiten eines erhöhten Schülerandrangs vor allem am Morgen nicht zufrieden stellend gelöst.

Grundsätzlich halten wir eine barrierefreie Verbindung der einzelnen Bauteile, wenn möglich durch Niveauangleichung, ansonsten durch Rampen, für notwendig. Die zur Verfügung gestellten Höhenangaben lassen eine exakte Darstellung der Höhenverhältnisse jedoch nicht zu.

Entwurfsprämissen:

1) Öffnung des Hofbereichs zum Strassenraum - Stolberggasse
2) Schaffung eines grosszügigen Eingangsbereiches mit Vorplatz und Halle.
3) Niveauausgleich zwischen Hof und Stolberggasse durch Decke im natürlichen Gefälle. Hofunterkellerung.
4) Erhaltung und Adaptierung von Bauteil D. Lückenschluss zwischen den Bauteilen D und C.
5) Ausnutzung der maximal zulässigen Gebäudehöhe in Bauteil C ohne Staffelgeschoss und zusätzliche Überhöhung.

Lösungsvorschlag:

Neuorientierung des Gebäudekomplexes: Der neue Bauteil C liegt wie eine grosse Spange über dem zweigeschossigen Eingangsbereich der den Bezug zwischen Strassenraum und Schulgelände herstellt. Der öffentliche Raum zieht sich stufenlos in den Pausenhof hinein. Vor dem Gebäude wird ein überdachter Vorplatz geschaffen mit ausreichend Platz, um sich vor oder nach dem Unterricht dort aufzuhalten. Von der raumhoch verglasten Halle mit Freitreppe erfolgt die Erschliessung. So wird ein neuer Eingangsbereich definiert, der städtebaulich und verkehrstechnisch besser funktioniert als der bestehende Haupteingang.

Konzentration der Labors im UG: Um die Synergien der von der Abteilung BM und dem ÖTI gemeinsam genutzten Bereiche besser nutzbar zu machen, schlagen wir vor, alle Labors und Werkstätten in einem eigenen Bauteil E im Untergeschoss zu konzentrieren. Um Platz dafür zu schaffen, muss der Hof unterkellert werden. Die Decke über der Hofunterkellerung soll im natürlichen Gefälle verlegt werden, um gleichzeitig einen Niveauausgleich zwischen Hof und Stolberggasse herzustellen.

Platzierung der Sporthallen: Wir schlagen vor, die Sporthallen in das oberste Geschoss von Bauteil C zu legen. In den beiden Bauteilschenkeln werden eine Normhalle und eine unternormige Halle samt Geräteräumen untergebracht. Diese Anordnung hat den Vorteil, dass das Deckentragwerk wesentlich schlanker ausgebildet werden kann, als bei einer Situierung im UG. Die gute Belichtung der Hallen ist ein weiterer Vorteil. Der prominente Aufgang von der Eingangshalle über die Freitreppe eignet sich gut für eine externe Nutzung der Hallen.

Erschliessung:

Vertikalerschliessung der Bauteile C, D und E über gewendelte Freitreppe und Lift in der Eingangshalle, über den neuen, von der Spengergasse direkt zugängigen Lastenlift in Bauteil C und die bestehende Stiegen in Bauteil D. Horizontalerschliessung von Bauteil D über hofseitig vorgelagerte vollverglaste Gänge mit transparenten Decken.
Verbindung zwischen den Bauteilen über Halle bzw. Galerie.
Im Bauteil C dienen Gangerweiterungen mit Orientierung zur Halle als Pausenflächen.
Zentrale Längserschliessung im UG parallel zu Bauteil D mit Stichgängen zu Laborräumen im Grünbereich und vom BM.
Wir schlagen vor, die Feuerwehreinfahrt im Bereich des derzeitigen Haupteinganges vorzusehen.

Raumorganisation:

Die Labors und Werkstätten sind im UG untergebracht: Die Labors der Abteilung Betriebsmanagement schliessen direkt an Bauteil B an. Die Räume des ÖTI sind zum Grossteil in Bauteil D untergebracht. Dazwischen befinden sich die gemeinsam von ÖTI und BM genutzten Labors des Grünbereichs.

Direkt unter der Halle im EG befindet sich ein Veranstaltungsbereich mit Foyer/Ausstellungsraum und Festsaal. Dieser Bereich mit einer durchschnittlichen Raumhöhe von 5 m wird über eine gewendelte Freitreppe von der Halle aus erschlossen. Über das Stiegenloch wird der räumliche Bezug hergestellt, sodass eine gemeinsame Nutzung, z.B. für Ausstellungen gut möglich ist.

Die Stammklassen der Abteilung Datenverarbeitung sind im Bauteil C im EG, OG1 und OG2 und im Bauteil D untergebracht. In Bauteil D werden die Klassen über einen vollverglasten Gang erschlossen. Die vorhandenen Öffnungen werden bis zum Boden verglast.

Die Sporthallen sind in OG3 untergebracht. Die eine Halle hat die Normgrösse von 15x27m, die andere ist unternormig ausgebildet. Die Garderoben, Waschräume und Sportlehrerzimmer befinden sich im Geschoss darunter. Hier wäre eine Anbindung ins Freie möglich. Das sanierte Flachdach von Bauteil D könnte als Sportbereich ausgebildet werden mit einer 60m-Laufbahn und einer Sprungbahn.

Freiraumgestaltung

Wir schlagen eine einheitliche Pflasterung des Pausenhofs mit grossen Platten vor. Die grossen elliptischen Lichtöffnungen sind gleichzeitig als Hofmöblierung gedacht und dienen als Sitzgelegenheit. Weiters ist uns die Begrünung ein Anliegen, die wir vertikal aus dem Hof herausklappen wollen. Ein Rankgerüst vor der Glasfassade von Bauteil D sorgt im Sommer für die Beschattung der dahinter liegenden Klassenräume.

Der grosszügige Vorplatz beim Eingang zur Stolberggasse dient als Sammelplatz und Wartezone. In direkter Nachbarschaft dazu befindet sich die Bushaltestelle des 12A. Die einheitliche Pflasterung von Vorplatz, Halle und Pausenhof soll in Verbindung mit der raumhohen Verglasung ein Kontinuum von Innen- und Aussenraum schaffen.

Farb- und Materialkonzept

Putzfassade in Bauteil C mit dreigeteilten Fensterbändern; Klappfenster als Gestaltungselemente in unterschiedlicher Höhe angeordnet, sodass "tanzende" Bänder entstehen.
Wand- und Deckenverkleidung in Vorplatz, Halle und Gangbereichen von Bauteil C mit grossformatigen Holzpanneelen.
Natursteinboden in Halle, Foyer und Gängen in EG und OG von Bauteil C; genoppte Glasböden im Erschliessungsgang von Bauteil D; Parkett in Klassenräumen, Lehrerzimmern, Büros und im Festsaal; versiegelter, säurebeständiger Industrieestrich in den Labors im UG.

Sanierungsmassnahmen

Eine thermische Sanierung von Bauteil D soll durch gezielte und angemessene Einzelmassnahmen erreicht werden. Im Zuge der Hofunterkellerung werden die Bestandsmauern feuchtigkeitsisoliert. Eine Bauteilheizung im UG und bestehenden Trakt Bauteil D trägt zur dauerhaften Trockenlegung und Schadsalzinaktivierung des Gebäudes bei.

Belichtung

Die Belichtung der unterirdischen Laborräume erfolgt über grossflächige Lichtöffnungen in der Decke. Die Räume im UG des Traktes Bauteil D werden über den nach oben und teilweise seitlich verglasten Gang mit Tageslicht versorgt.

Haustechnikkonzept/Belüftung

Die neu geschaffenen Gebäudeteile werden in den Bereichen mit Steinbelag mit Fussbodenheizung, in den Klassenräumen mit Radiatoren beheizt. Im UG und im Trakt Bauteil D schlagen wir eine kontrollierte Raumlüftung vor. Diese wäre auch in den Klassenräumen empfehlenswert, um die Konzentrationsfähigkeit, die bei ansteigendem CO2 Gehalt nachgewiesenerweise sinkt, konstant zu halten. Der vorgelagerte Glasgang beim Bauteil D ermöglicht passive solare Zugewinne und dient als Klimapuffer.

Tragwerk

Der Zubau wird in Skelettbauweise ausgeführt. Schlanke Stahlstützen können in die Zwischenwände integriert werden und tragen unterzugsfreie STB-Decken. Die Sporthallen werden mit innen liegenden Fachwerkträgern überspannt.