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hts - reihenhaus umbau studie
Projekt Haus HTS - Wien
Umbau und Zubau zu einem Reihenhaus in der Frühwirtgasse, 1120 Wien aus der Siedlerbewegung der 20er Jahre
Aufgabenstellung

Das Vorderhaus soll in seinem Erscheinungsbild erhalten bleiben, das Dachgeschoss soll ausgebaut werden. Der gartenseitige Zubau soll abgerissen und in veränderter Form neu errichtet werden. Für die Bebauung gibt es einen Regelungsvorschlag der Genossenschaft, der verbindlichen Charakter hat. Demnach soll der Zubau max. 3,20 m breit sein, wobei der vordere Teil zweigeschossig ausgeführt werden kann. Über die Resthofbreite von ca. 4,50m kann zusätzlich ein Wintergarten mit max. 3,00 m Tiefe ausgeführt werden.

Wir gehen bei unseren Überlegungen zum Umbau des Vorderhauses von einer kostensparenden Variante aus, und wollen ohne gröbere Eingriffe in die Wand- und Deckenstruktur des Hauses auskommen. Die bestehende Decke soll erhalten bleiben und verstärkt, brandschutzverkleidet und trittschallgedämmt werden. Eine Vergrösserung oder zusätzliche Wanddurchbrüche sollten vermieden werden, um die ohnehin augenscheinlich schwache Tragstruktur nicht zu beeinträchtigen. Die Haustrennwände sollen gedämmt werden, das Dach soll gedämmt und ausgebaut werden.

Das Raumprogramm sieht eine Essküche, ein Wohnarbeitszimmer, sowie 2 Kinder- und 1 Elternschlafzimmer vor. Dazu kommen noch 2 WCs, 1 Bad, 1 Garderobe und ein HT-Raum. Ein eigener Abstellraum ist nicht vorgesehen, dafür werden die Zwischenwände teilweise als Schrankwände ausgeführt. Im DG ist ein zusätzlicher aber nur begrenzt nutzbarer Aufenthaltsraum vorgesehen (Elfenzimmer).

Der gartenseitige Zubau soll aus vorgefertigten Leichtbauelementen zusammengesetzt werden, um eine einfache und schnelle Montage zu ermöglichen. Der Atriumhof soll als Wohnraumerweiterung in das Raumkonzept einbezogen werden.

Entwurfsgedanke

Da die Kubatur mehr oder weniger vorgeschrieben ist, sind der Gestaltung des Baukörpers Grenzen gesetzt. Um den Baukörper (des gartenseitigen Zubaus) aufzulockern, schlagen wir vor, die Hülle durch grosse Vertikalverglasungen und horizontale Beschattungselemente flächig aufzulösen. Damit versprechen wir uns zusätzlich eine Verschmelzung von Innen- und Aussenraum, sodass der Atriumhof optisch und funktional in den Wohnraum integriert wird.

Wir schlagen vor, auf den Wintergarten (zumindest vorläufig) zu verzichten, weil der Raumgewinn u. E. in keinem vernünftigen Verhältnis zu Kosten und Nutzen steht, und die Funktion und die Proportion der angrenzenden Räume und des Atriumhofes gestört würde.

Die Rückzugsbereiche, also das Schlafzimmer und die Kinderzimmer, sowie das Bad, sollen im OG angesiedelt sein, die Gemeinschaftsbereiche, also Kochen, Essen und Wohnen im EG. Wir schlagen vor, die Essküche im früheren Wohnzimmer unterzubringen und den Wohn- und Arbeitsbereich in den Zubau zu verlegen. Im OG sollen im Vorderhaus die Kinderzimmer und im Zubau das Elternschlafzimmer mit Bad und Schrankraum vor.

Als zentrales Funktions- und Gestaltungselement soll ein verputzter Kachelofen, der über alle Geschosse reicht, das Vorderhaus alleine beheizen. Die Räume bzw. Raumabschnitte sind um diesen Kachelofen gruppiert. Im EG entsteht so ein offenes Raumgefüge, das durch den zentralen Ofen strukturiert wird.

Technisches Konzept

Wir schlagen vor, den Zubau aus Brettsperrholzplatten (BSP) zu errichten. Dieses Material vereint die Vorteile von Massiv- und Leichtbauweise. BSP sind selbsttragende raumbildende Elemente, die bei relativ geringem Gewicht sehr gute statische und bauphysikalische Eigenschaften aufweisen. So kann Konstruktionsfläche eingespart werden, was bei der verfügbaren Baukörperbreite unbedingt erforderlich ist. Die BSP werden aussen gedämmt und verputzt, innen unverkleidet belassen. Nur im Bad ist eine halbhohe Vorsatzschale für die Sanitärinstallation vorgesehen.

Die Elektroinstallation soll so wie die Heizung im Boden geführt werden. Grosse Fensterflächen versprechen solare Gewinne, sofern sie aus hochwertigem Isolierglas ausgeführt werden. Eine begrünte Pegola in beiden Geschossen sorgt für die nötige Beschattung im Sommer.

Fakultativ können für WW und als Heizungsergänzung auf dem Flachdach Sonnenkollektoren installiert werden. Die Ausrichtung der Baukörper ist aber für eine intensive Solarenergienutzung eher suboptimal. Daher war dieser Aspekt für uns von untergeordneter Bedeutung.

Wien, 04.11.2008